So 25.10.20 20:00 Musik

Martin Kälberer

"Baltasound 2020"

M A R T I N  K Ä L B E R E R   B A L T A S O U N D   2 0 2 0

 

Im Herbst 2017, über ein Jahr nach einer von mehreren längeren Reisen in den Norden, hat Martin Kälberer sein letztes Album in seinem Studio im Chiemgau aufgenommen. Baltasound (der Name einer Bucht auf der Shetlandinsel Unst) ist der Soundtrack zu dieser Reise. Nach vergangenen, teilweise eher improvisatorisch geprägten Veröffentlichungen („Between the Horizon“ 2010, „Goya“ 2013, „Suono“ 2015, „morgenland“ 2016) war ihm dieses Mal der kompositorische Prozess wieder sehr wichtig. Dafür ist Martin Kälberer bis ans Ende der Welt und zurück gefahren, um den Vibes der Einsamkeit den feinen, profunden Sound eines Globetrotters der Klänge zu entlocken. Die Kompositionen sind klangphilosophische Anmerkungen zu Themen wie Zeit und Ausdehnung, Puls und Harmonie. Dabei wird er natürlich auf sein vertrautes Repertoire aus Piano, Perkussion, Stimme und verschiedenen, teils exotisch anmutenden Instrumenten zurück greifen. Auch die Loopmaschine, mit der er bestimmte Sequenzen live aufnehmen, wiedergeben, erweitern und so seine ganz eigenen Klanglandschaften aufbauen kann, ist nach wie vor ein wichtiger Bestandteil, noch ergänzt von der interaktiven Zusammenarbeit mit Toningenieur Peter Schmidbauer, der seinerseits Teile der live gespielten Musik aufnimmt und bearbeitet.

 

Baltasound ist eine Einladung zu einer multi-instrumentalen Reise in die inneren Bild- und Klangwelten des Musikers, bei der die Stille genauso ihren Platz hat wie pulsierende und rhythmische Elemente, „… eine Reise, die ewig dauern dürfte …“(Süddeutsche Zeitung).

 

„Es gibt Konzerte, da traut man sich nicht, zu atmen: Man will den fast überirdisch schönen, puren Klang nicht stören, der von der Bühne kommt – wie bei den Auftritten von Martin Kälberer. Der Musiker betört sein Publikum mit einzigartigen Klanglandschaften und ist Sinnbild für die Freude, Musik zu machen.“(Mittelbayrische Zeitung)

 

INSIGHTOUT – Neue Klänge aus der Stille.

 

Auch an Martin Kälberer sind natürlich die Monate seit dem Lockdown nicht spurlos vorübergegangen. Er befand sich gerade auf der „Zielgeraden“ einer längeren Tournee zusammen mit Werner Schmidbauer und Pippo Pollina, als quasi von einem Tag auf den anderen plötzlich alles stillstand. Die verbleibenden Konzerte abgesagt, bis auf weiteres keine Termine mehr. Stille. Eine ganz andere Art von Stille als die, die ihn zuvor zu seinem Baltasound-Projekt inspiriert hatte.

Er beschreibt die Situation so:

 

„Ich habe versucht, nach der ersten totalen Irritation, die Chance zu nutzen, diese absolut einzigartige Situation, die ihr eigene Stille und so ungewöhnliche wie ungewohnte Abgeschiedenheit als das ‚aufzunehmen' (und zwar im doppelten Sinn), was es ist. Eine Neuordnung der Paradigmen, eine Neuerfahrung des Seins und des Schaffens. Klingt ein wenig hochtrabend und abgehoben ... ist es aber gar nicht. Es ist eher ein Versuch einer Beschreibung dieser Grenzerfahrung, und das wurde es dann auch in der Musik, die entstanden ist. Das hat durchaus eine philosophische Dimension, aber eben auch eine ganz praktische. So ist z.B. ein Klavierstück entstanden, man kann es eine Art Meditation über ein Thema nennen, von 16 min Länge, in der Phase des totalen Lockdowns, in der nicht einmal der Klavierstimmer zu mir kommen durfte ... und das hört man natürlich. Ich habe aber (obwohl es noch unzählige andere Versionen davon gibt) diese Version des Themas ausgewählt. Auch weil es ein Dokument dieses Moments, dieses Zustandes ist. Ich habe keine Streaming-Konzerte gemacht, ich habe keine Ersatz- oder Online-Veranstaltungen gemacht - von denen eben so viele weder in Form noch in Inhalt auch nur annähernd dem genügen können, was man bei einem Konzert erleben oder vermitteln kann und möchte - ich habe im Gegenteil versucht, tief in mich hinein zu horchen und das klingen zu lassen, was ich da (situationsbedingt verstärkt) gehört habe.“ So ist in diesen Wochen und Monaten ein ganzes Album in Kälberer’s Studio zu Hause entstanden, in aller Ruhe, mit ungewohnter Muße, ohne zeitliche Vorgaben, mit allen Möglichkeiten der Reflexion, des Nachlauschens, des immer wieder Überprüfens, manchmal doch wieder zum Ausgangspunkt Zurückkehrens, ein Dokument dieser ungewöhnlichen Zeit. Eingespielt wurde es fast ausschließlich am Flügel, der manchmal pur und unglaublich nahe, manchmal präpariert und verfremdet, manchmal mit Händen und Besen auf den Saiten bespielt, immer die jeweilige Stimmung wiedergibt. Obwohl das Album (als Doppel-CD und Doppel-Vinyl) erst Anfang 2021 erscheinen wird, gibt es im aktuellen Live-Programm sicher einige Kostproben davon.

Großer Saal
Vorverkauf: € 20,00 erm. € 18,00 // Abendkassa: € 22,00 erm. € 20,00
So  25.10.
Martin Kälberer

© Bianca Brüning

So 25.10.20 20:00 Musik

Martin Kälberer

"Baltasound 2020"

So  25.10.
Martin Kälberer

M A R T I N  K Ä L B E R E R   B A L T A S O U N D   2 0 2 0

 

Im Herbst 2017, über ein Jahr nach einer von mehreren längeren Reisen in den Norden, hat Martin Kälberer sein letztes Album in seinem Studio im Chiemgau aufgenommen. Baltasound (der Name einer Bucht auf der Shetlandinsel Unst) ist der Soundtrack zu dieser Reise. Nach vergangenen, teilweise eher improvisatorisch geprägten Veröffentlichungen („Between the Horizon“ 2010, „Goya“ 2013, „Suono“ 2015, „morgenland“ 2016) war ihm dieses Mal der kompositorische Prozess wieder sehr wichtig. Dafür ist Martin Kälberer bis ans Ende der Welt und zurück gefahren, um den Vibes der Einsamkeit den feinen, profunden Sound eines Globetrotters der Klänge zu entlocken. Die Kompositionen sind klangphilosophische Anmerkungen zu Themen wie Zeit und Ausdehnung, Puls und Harmonie. Dabei wird er natürlich auf sein vertrautes Repertoire aus Piano, Perkussion, Stimme und verschiedenen, teils exotisch anmutenden Instrumenten zurück greifen. Auch die Loopmaschine, mit der er bestimmte Sequenzen live aufnehmen, wiedergeben, erweitern und so seine ganz eigenen Klanglandschaften aufbauen kann, ist nach wie vor ein wichtiger Bestandteil, noch ergänzt von der interaktiven Zusammenarbeit mit Toningenieur Peter Schmidbauer, der seinerseits Teile der live gespielten Musik aufnimmt und bearbeitet.

 

Baltasound ist eine Einladung zu einer multi-instrumentalen Reise in die inneren Bild- und Klangwelten des Musikers, bei der die Stille genauso ihren Platz hat wie pulsierende und rhythmische Elemente, „… eine Reise, die ewig dauern dürfte …“(Süddeutsche Zeitung).

 

„Es gibt Konzerte, da traut man sich nicht, zu atmen: Man will den fast überirdisch schönen, puren Klang nicht stören, der von der Bühne kommt – wie bei den Auftritten von Martin Kälberer. Der Musiker betört sein Publikum mit einzigartigen Klanglandschaften und ist Sinnbild für die Freude, Musik zu machen.“(Mittelbayrische Zeitung)

 

INSIGHTOUT – Neue Klänge aus der Stille.

 

Auch an Martin Kälberer sind natürlich die Monate seit dem Lockdown nicht spurlos vorübergegangen. Er befand sich gerade auf der „Zielgeraden“ einer längeren Tournee zusammen mit Werner Schmidbauer und Pippo Pollina, als quasi von einem Tag auf den anderen plötzlich alles stillstand. Die verbleibenden Konzerte abgesagt, bis auf weiteres keine Termine mehr. Stille. Eine ganz andere Art von Stille als die, die ihn zuvor zu seinem Baltasound-Projekt inspiriert hatte.

Er beschreibt die Situation so:

 

„Ich habe versucht, nach der ersten totalen Irritation, die Chance zu nutzen, diese absolut einzigartige Situation, die ihr eigene Stille und so ungewöhnliche wie ungewohnte Abgeschiedenheit als das ‚aufzunehmen' (und zwar im doppelten Sinn), was es ist. Eine Neuordnung der Paradigmen, eine Neuerfahrung des Seins und des Schaffens. Klingt ein wenig hochtrabend und abgehoben ... ist es aber gar nicht. Es ist eher ein Versuch einer Beschreibung dieser Grenzerfahrung, und das wurde es dann auch in der Musik, die entstanden ist. Das hat durchaus eine philosophische Dimension, aber eben auch eine ganz praktische. So ist z.B. ein Klavierstück entstanden, man kann es eine Art Meditation über ein Thema nennen, von 16 min Länge, in der Phase des totalen Lockdowns, in der nicht einmal der Klavierstimmer zu mir kommen durfte ... und das hört man natürlich. Ich habe aber (obwohl es noch unzählige andere Versionen davon gibt) diese Version des Themas ausgewählt. Auch weil es ein Dokument dieses Moments, dieses Zustandes ist. Ich habe keine Streaming-Konzerte gemacht, ich habe keine Ersatz- oder Online-Veranstaltungen gemacht - von denen eben so viele weder in Form noch in Inhalt auch nur annähernd dem genügen können, was man bei einem Konzert erleben oder vermitteln kann und möchte - ich habe im Gegenteil versucht, tief in mich hinein zu horchen und das klingen zu lassen, was ich da (situationsbedingt verstärkt) gehört habe.“ So ist in diesen Wochen und Monaten ein ganzes Album in Kälberer’s Studio zu Hause entstanden, in aller Ruhe, mit ungewohnter Muße, ohne zeitliche Vorgaben, mit allen Möglichkeiten der Reflexion, des Nachlauschens, des immer wieder Überprüfens, manchmal doch wieder zum Ausgangspunkt Zurückkehrens, ein Dokument dieser ungewöhnlichen Zeit. Eingespielt wurde es fast ausschließlich am Flügel, der manchmal pur und unglaublich nahe, manchmal präpariert und verfremdet, manchmal mit Händen und Besen auf den Saiten bespielt, immer die jeweilige Stimmung wiedergibt. Obwohl das Album (als Doppel-CD und Doppel-Vinyl) erst Anfang 2021 erscheinen wird, gibt es im aktuellen Live-Programm sicher einige Kostproben davon.

Großer Saal
Vorverkauf: € 20,00 erm. € 18,00 // Abendkassa: € 22,00 erm. € 20,00

© Bianca Brüning

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